Decathlon [VCS]

…und wieder widmen wir einen Testbericht einem „Minimalpixler“ :-). Decathlon ist ein klassisches „Olympia-Game“ (10-Kampf-Disziplinen). Wie üblich bei VCS-Games, ist die Grafik rudimentär wie es nur geht. Dennoch wurden die 10 Sportarten gut erkennbar, als das was sie darstellen sollen, umgesetzt. Es können hierbei 4 Spieler gegeneinander aber nacheinander antreten. Am Schluss entscheidet die Gesamtwertung. Die Steuerung ist extrem spartanisch, meistens nutzt man entweder nur den Knopf oder eine links-rechts-Bewegung mit dem Joystick.

Doch genau diese Monotonie der Bewegungsabläufe macht das Spiel witzig, so paradox das klingen mag, denn man kommt dabei schnell mal an seine realen physischen Grenzen, wie kaum in einem anderen Videospiel. Als Party-Game ist Decathlon deshalb ein heisser Kandidat für grosses Gelächter. Zum Glück kann man die Disziplinen (zeit- und nervensparend) auch einzeln anwählen. Will man sich das „volle Programm“ antun und alle 10 Disziplinen durchspielen, erhält man mit dem 1’500-Meter-Lauf am Schluss das handtechnisch extatische Highlight (siehe Videoclip) :-).

[chaschte category=“Bildwerk“ rating=“8″]Für VCS Grafik recht ansprechend. Gibt es doch auch sogar unterschiedliche Ansichten, was die wenigsten VCS hatten.[/chaschte]

[chaschte category=“Klangreich“ rating=“7″]Musikmässig hat der Titel nicht viel zu bieten und die FX sind auch sehr begrenzt.[/chaschte]

[chaschte category=“Unterhaltungswert“ rating=“8″]Vor allem als Party-Game ist der Spielspass immer noch hoch, dank einiger lustigen Disziplinen. Alleine gespielt ist das Game jedoch klarer Schrott.[/chaschte]

Decathlon-Clip (Min. 0:38, Youtube)

H.E.R.O. [VCS]

(Bereits) 1984 war Activision eine der erfolgreichsten Programmierschmieden der Videospielindustrie. In jenem Jahr landeten sie eine Release-Bombe nach der Anderen, u.a. auch H.E.R.O. (will heissen: „Helicopter Emergency Rescue Operation“), welches für diverse Systeme erschien. 

Das Spiel macht auch heute noch viel Spass und ist für ein VCS-Game sehr abwechslungsreich gestaltet, denn es ist eines der aufwändigeren, quasi „scrollenden“ Spiele: es gibt sich von Bildschirm zu Bildschirm ändernde Levelabschnitte. Man steuert einen helmtragenden Progragonisten mit Helikopterrucksack, welcher in dunklen Dungeons Bergarbeiter retten muss. In den Weg stellen sich dabei Spinnen, Schlangen und anderes Ungeziefer.

Steuerung und Spieltechnik ist bei diesem Klassiker prima umgesetzt und lässt einen gut und gerne eine Weile vor der Glotze hängen. H.E.R.O. ist nicht nur deshalb eines der wenigen, sehr schwierig ergatterbaren Atari 2600 Games. Für die boxed Version bezahlt man gegenwertig schnell mal 30-40 Fr.. Wertung 7/10

 

Berzerk [VCS]

Ein Review eines weiteren Klassikers steht an, Berzerk. Der Atari 2ber2600 hatte bekanntlich praktisch alle Arcadespiele der frühen 80er Jahre adaptiert, was ein Hauptgrund für seinen riesigen Erfolg war. Keine andere Konsole konnte (eine Zeit lang) mithalten. Aus heutiger (und bereits damaliger) Sicht sind leider sehr viele Umsetzungen Schrott gewesen, lieblos und in möglichst kurzer Zeit umgesetzt (manchmal haben sich die Programmierer keine 10 Tage Zeit genommen). Nur wenige Arcade-Umsetzungen können deshalb als „faithful to the original“ bezeichnet werden. Eine davon ist Berzek.
Das im Arcade 1980 erschienene Spiel war ein riesen Erfolg und forderte den Spieler auf ganz neue Weise heraus. Viel Spielstrategie muss man haben, um spätere Levels zu überstehen. Ziel des Spiels: mit der eigenen Spielfigur (statische) Räume zu durchqueren ohne von den Robotern erschossen bzw. berührt zu werden und auch die Wände nicht zu berühren. Wie bereits angesprochen wird das mit der Zeit ziemlich fordernd, den die Roboter werden immer klüger und man muss sich von Level zu Level immer mehr überlegen, welche Roborter man zuerst abschiessen soll. Kommt hinzu Berzerk besitzt auf dem Automaten 64’000 Level! (auf dem VCS weiss ich nicht wie viele). Die Umsetzung für den Atari 2600 ist sehr nahe am Original. Einzig wirklich schade ist, dass die Voice-Samples aus dem Automaten fehlen, die waren verdammt cool. Aber selbst dieser Makel ist behoben seit es seit ein paar Jahren die Hack-Version mit „Voices“ gibt! (klicke auf die Bilder um zum Atari Age Store zu gelangen). Ansonsten ist Berzerk auch heute noch ein spannendes und forderndes Strategiespiel. Ãœbrigens: die Spielpackung hat einige nette Add-ins dabei, so z.B. ein Berzek-Comic. Wertung 7/10

ber

Medieval Mayhem [VCS]

…und gleich noch ein Review heute (als super „Kontrast“ zu Pit-Fighter von vorher).
Medieval Mayhem ist ein spezielles Spiel, denn es ist eine „Homebrew“ Entwicklung. D.h. es wurde von einem Nerd-Programmierer „doing-yourself-style“, lange nach dem offiziellen Ableben des Atari 2600 (1991), gezaubert und ist dementsprechend ein Low-Budget und Mini-Auflage-Produkt. mm2

Ich benutzte auch bewusst das Wort „gezaubert“, denn Medieval Mayhem ist wahrhaftig zauberhaft auf dem VCS. Doch zunächst zum Spielprinzip: man zockt mit bis zu 4 Spielern mit einer oder mehreren Kugeln auf einem rechteckigen Spielfeld. Ziel für alle ist es, am längsten am Leben zu bleiben und die eigene Königsfigur hinter der virtuellen Mauer so lange wie möglich zu schützen. Das Spiel ist eine verbesserte Version des Klassikers Warlords, welcher auch auf anderen Systemen erschienen ist. Was diese 2006 erschiene Variante aber so viel besser macht als das Original, ist eigentlich alles: verbesserte Grafik, verbesserte Kollisionsabfrage und Kugelphysik, grosszügige Einstellmöglichkeiten (Rundenzahl, Kugelzahl, Geschwindigkeit, Kugelmanipulationsmöglichkeit während des Spiels etc.) und coole Musik. Würde ich Warlords bereits eine Wertung von 7-8/10 verpassen, so ist Medieval Mayhem eine glatte 10! Warum? Weil ein Spiel dieser Art gar nicht besser werden kann, egal auf welchem System und weil es wohl alles aus dem VCS rausholt, was rauszuholen ist. Auch sehr cool ist, dass Medieval Mayhem gänzlich am Screen mit den Paddles (ja, diese braucht man dazu) eingestellt werden kann und man Menu-Einstellungen nicht an der Konsole selber rummschaltern muss wie sonst üblich bei VCS-Games. Im Multiplayer ist dieses Spiel ein Hammer-Stundenlanger-Spass-Garant, genauso wie Final Match Tennis oder Windjammers. Ein grandioses Spiel, für dessen begnadeten Entwickler ich noch so gerne Werbung mache.

Hier kriegt man das Game: http://www.atariage.com/store/

[chaschte category=“Bildwerk“ rating=“9″]Für VCS Verhältnisse sensationelle Grafik. Max. an Farbauswahl und der animierte Ritter und Drachen zu Beginn des Spiel ist wohl das Beste, was es auf dieser Konsole je gegeben hat[/chaschte]
[chaschte category=“Klangwelt“ rating=“9″]Sehr coole Titelmelodie. Während dem Spiel – zum Glück – nur FX, welche ebenfalls super passen.[/chaschte]
[chaschte category=“Unterhaltunswert“ rating=“10″]Mehr Spielspass mit noch weniger Grafik kriegt man nicht! Alleine schon spassig, ist es besonders im Multiplayer ein Mitglied der Königsklasse![/chaschte]

Star Wars – The Empire Strikes Back [VCS]

Mit Star Wars-Spielen ist das immer so eine Sache: entweder sind sie schlecht-wie-Flasche-leer (Masters of Terras Käsi) oder super (Rogue Squadron 2). Das ist und war seit je her so mit Blockbuster-Lizenzen. sw
Auch Atari (bzw. Parker) hatte die Ehre, sich im Programmieren zweier Star Wars-Titel auf dem VCS zu versuchen. Der eine Versuch ist dabei ebenfalls gründlich misslungen mit „Star Wars: Jedi Arena“. Der 2. Versuch mit dem hiermit reviewten „Empire Strikes Back“ kann weit mehr überzeugen.
Man steuert einen Snowspeeder links und/oder rechts durch eine horiz. Endlos-Schneelandschaft. Dabei begegnet man in regelmässigen Abständen AT-ATs und muss diese mit unzähligen Schüssen genau überhalb „dem Kopf“ oder darunter treffen. Das ganze ist fordernder als es zunächst aussieht und man kann noch mehr Dinge (landen & Energie auftanken, kurze Unverwundbarkeits-Phasen abwarten etc.). Eigentlich ziemlich cool, nur halt kaum Abwechslung. Weder wechselt die Grafik irgend wann mal (natürlich nicht, es ist ja auch ein Atari 2600 Spiel) noch ändern wenigstens die Formationen der Gegner. Für eine Anspielrunde (würde sagen max. 45 Min., was weit mehr ist als das Durchschnitts-VCS-Game heute noch zulässt :-)) reicht der Fun-Faktor allerdings alleweil und hey, es ist ein STAR WARS-SPIEL(!) = haben muss (die Verpackung ist übrigens recht speziell und hebt sich von den normalen VCS Boxen stark ab = Sammler-Juwel). Wertung 6/10

Hier noch ein (aus heutiger Sicht witziger) Spieltaktik-Bericht von 1982

Winter Games [VCS]

Mitte der 80er Jahre war Epyx eine Grösse in der Videospielbranche und DER Sportspiele-Anbieter (Electronic Arts war zu diesem Zeitpunkt noch eine Null!). „Winter Games“, „Summer Games“ und „California Games“ sind praktisch auf jedem erdenklichen System erschienen damals. Einige Umsetzungen waren grottenschlecht (z.B. auf dem NES) doch erstaunlicherweise auf dem betagten VCS nicht mal. Die VCS-Version von „Winter Games“ gefällt durch 7 abwechslungsreiche Disziplinen (sie sind abwechslungsreicher ausgefallen als in „Summer Games“) und verhältnismässig gute Grafik (eigentlich erstaunlich, dass mit so wenig Grafik so viel Fun erreicht werden kann :lol:). Wie bei den meisten Umsetzungen der Serie können sich auch hier bis zu 8 Spieler nacheinander messen. Einige der Disziplinen sind wirklich sehr lustig, wie der Slalom oder das Ski-Springen. Für eine „Retro-Night“ sicher ein amüsanter Kandidat. Wertung 7/10

wg

Ms. Pac-Man [VCS]

Zu den wenigen noch heute spielbaren Atari 2600 (VCS) Games gehört ganz sicher auch Ms. Pac-Man. Der Vorgänger, Pac-Man, wurde 1982 auf dem VCS bekanntlich grottenschlecht umgesetzt und ging in die Analen der schlechtesten Arcade-Umsetzungen ever ein. Bei Ms. Pac-Man wurde dann alles richtig gemacht, so dass es wunderbar spielbar ist. Ich behaupte gar, vom Feeling her macht es auf dem VCS mehr Spass als auf allen neueren Umsetzungen davon. Ein einziges wirkliches Manko kann man benennen: die roten Geister sind nicht sonderlich gut erkennbar auf dem Bildschirm (die Hardware kam dazumal mit Pac-Man schon hart an ihre Grenzen :-)). Ansonsten packt das Spiel auch heute noch für eine High-Score jagd. Der Nachfolger, Pac-Man Jr., soll übrigens gar noch besser sein (hab ihn selber jedoch noch nie gespielt). Wertung: 8/10

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Missile Command [VCS]

Es gibt nicht mehr viele Atari 2600 Spiele, die man auch heute noch zocken kann ohne gleich einen eptileptischen Anfall oder Augenkrebs zu bekommen, zugegeben. Aber eine Handvoll Evergreens gibt es dennoch auf diesem System. Dazu gehört Missile Command, weil es nicht mehr Grafik und Sound benötigt um gut zu sein. Das Spielprinzip ist zeitlos genial und macht immer noch Spass für eine kurze Session. Zudem ist das Spiel für einmal auch sehr nahe am Automatenoriginal. Auch hier gilt: zu zweit ist die High-Score-Hatz doppelt so spassig wie alleine. Wertung: 8/10