Das Perfect-Game-Night “Handbuch” [Special]

Co-Author: Fade

Nach mehr als 15 Jahren Erfahrung mit regelmässig durchgeführten Retro-Game Nights, ist ein Wissensschatz entstanden, den wir Interessierten hiermit gerne einmal weitergeben möchten. Im Folgenden geben wir Tipps und Anleitungen, wie man einen möglichst spannenden Videospiel-Abend in Gesellschaft erleben kann. Vielleicht inspiriert es den einen oder anderen uns mal zu seiner Game Night einzuladen :-).

Der Zweck
Vorab muss man sich fragen: will man einfach nur etwas “rumzocken” und oder soll ein Turnier stattfinden? Soll bei einem Turnier nur 1 Spiel gezockt werden oder sollen diverse Spiele einbezogen werden? Soll die Möglichkeit gegeben sein, dass “alle-gegen-alle” einmal spielen können oder soll das Los entscheiden? Je nachdem wie man sich entscheidet gibt es Einschränkungen in der Grössenordnung der Veranstaltung. Wir werden im Folgenden auf die “Turnier-Variante” näher eingehen.

Die Spiele
Das wichtigste überhaupt sind natürlich die Spiele, sonst kann eine Game Night schnell öde werden. Es gibt unendlich viele Retro Spiele, die sich für eine Game Night vorzüglich eignen. Hier eine Aufzählung einiger von (G)Forum-Usern zusammengetragener Perlen (berücksichtigt sind nur Konsolen(offline-)games, die mind. im 2-Player simultan spielbar sind). Die fettmarkierten haben wir selber schon im Multiplayer gezockt und können diese wärmstens empfehlen:

Mario Kart (Diverse), Wii Sports (Wii), Wii Sports Resort (Wii),
Windjammers (NG), Bomberman (SAT/PCE), 4×4 Off-Road (NES/SNES), Micromachines (Div.), World Jockey (PCE), ChuChu Rocket (DC), Goldeneye (N64), World Cup (NES), Gaunlet Legends, Powerstone 1 & 2 (DC), Smash Bros. (Div.), Dungeon Explorer (PCE), Military Madness (PCE), Herzog Zwei (MD), chibi maruko: waku waku shopping (MD), California-/World-/Winter/Summer Games (Div.), Formation Soccer Serie A/J-League (PCE), League Bowling (NG), Ironman Ivan Stewarts Off-Road (NES), Rock’n’Roll Racing (SNES), Virtua Tennis 1/2 (DC), Perfect Dark (N64), Timesplitters (Xbox), Worms (PS), Battle Lode Runner (PCE), Sega Bass Fishing (PS2), Buzz the Quiz (PS2/3), NHL Hitz 2002 (GC), WWF no Mercy (N64), WWF Raw (SNES), NBA Jam (Div.), NBA Hang Time (N64), Mario Golf (N64), Beach Spikers (GC), Track & Field 1/2 (NES),, Chibi Maruko Chan – Mezase Minami no Island (SFC), F-Zero X (N64), Winter Heat (SAT), Athletic Kings (SAT), Final Match Tennis (PCE), NHL 94/96 (MD, SNES), Warlords (VCS), Medieval Mahyem (VCS), Decathlon (VCS), Guardian Heroes (SAT), Motoroader M.C. (PCE), General Chaos (MD), Intern. Superstar Soccer Deluxe (MD), Ultimate Soccer (MD), Olympics Athen (PS 2), Sensible Soccer (MD/SNES).

Daneben natürlich noch unzählige Fight-Games. Einige der besten seien erwähnt: Garou Mark of the Wolves (NG), Last Blade 1/2 (NG), Samurai Spirits 2/4 (NG), Real Bout Fatal Fury 1/2/Special (NG), Dead or Alive 2 (Div.), Street Fighter 2/3/4/Alpha (Div.), Soul Calibur (DC), Tekken 3 (PS), Virtua Fighter 3tb/5 (Div.), Marvel vs Capcom (Div.), Capcom vs. SNK 2 (Div.).

Ein paar der oben genannten Spiele wurden (oder werden noch) auf dieser Seite bereits reviewed. Ergänzungen werden gerne nachgetragen.

Übrigens: Es gibt nur einige wenige Games, die auch 8-10 Spieler gleichzeitig zulassen. Die uns bekannten sind: Saturn Bomber-man (10-Player), International Superstar Soccer Deluxe (MD, 8-Player), Ultimate Soccer (MD, 8-Player), Buzz the Mega Quiz (PS2, 8-Player) und Micromachines 96 (MD, mit 8 Leuten an 4 Pads, wie das auch immer gehen soll). NBA Jam T.E. (MD) soll offenbar auch zu acht spielbar sein. Wie man sehen kann, scheint das Mega-Drive der ultimative König der 8-Player Multispiele zu sein.

Die Spieler
Die ideale Anzahl Teilnehmer hängt stark von der Durchführungsart ab. An einer “Turnier-Game Night” mit nur einem Spiel kann man natürlich weit über 10 Spieler Teilnehmen lassen (ideal hierfür sind Beat’em ups im “K.O.-System”). Bei den meisten Sportspielen wird das schon schwieriger, weil diese schnell mal länger als 5 Min. pro Spiel dauern und somit die Wartezeit zu lange wird. Will man nicht im K.O.-System spielen, wird die Wartezeit bei zu vielen Spielern ebenfalls zu lange.
Möchte man eine Game Night mit mehreren Turniergames durchführen, ist die Grenze bei 8-10 Spielern zu empfehlen. Zockt man nämlich auch “Team-Games” (also 2 gegen 2) wie z.B. NHL 94, so ist es interessant, die Teams gegeneinander spielen zu lassen (K.O.-System, Gruppenspiele (Turniersystem), alle-gegen-alle oder auch das aus dem Curling bekannte “Schenkelsystem”). Teamspiele setzen eine runde Anzahl von Spielern und idealerweise eine ausgewogene Zusammensetzung voraus.
Was für besondere Abwechslung sorgt und in dieser Gruppengrösse passt ist eine Mischform von Spielen: “Solo-Games” und “Team-Games” zusammen. So können Punkte alleine, aber auch im Team gemacht werden. Das ist besonders dann ratsam, wenn die Teilnehmer unterschiedlich viel Spielerfahrung haben, denn so kann das Niveau etwas angeglichen werden ohne dass jemand immer obenausschwingt und bei den Anderen für Frust sorgt.


Der Spielmodus
Entscheidet man sich für eine Mischform von Spielen (Solo- und Team-Spiele), muss auch die Punktierung angepasst werden, so dass die erreichten “Team-Punkte” aufgeteilt werden können. Nebst Team-Modus sind noch viele weitere Varianten möglich. Man kann einzelne Games auch nur im K.O.-Modus spielen oder z.B. 2×4 Einzelspieler in Gruppen antreten lassen (mit anschliessender “Finalrunde”). Hierfür eigenen sich besonders 4 und 5-Player Simultan-Spiele wie Bomberman, Winter Heat oder Micromachines.
Weiter kann man auch ein Single-Player-Spiel einbauen, welches nebenbei zum Programmablauf, Einer nach dem Anderen, gespielt werden kann und am Schluss nach High-Score abgerechnet wird. Auch witzig ist das Setzen eines “Jokers”, mit dem jeder Teilnehmer zu Beginn auf ein Spiel nach Wahl wetten kann um dann allenfalls die doppelte Punktzahl zu erhalten.

Die Konsolen
Fast alle erschienenen Konsolen beherbergen einige Multiplayer-Games. An einer Game Night hat man so schnell mal 6 Konsolen vor sich stehen. Im Downloadzeitalter kann man das Gelage natürlich etwas minimieren in dem man z.B. eine Nintendo Wii mit “Virtual Console” Downloads mitnimmt (oder einen verpönten Emu-PC). Das spart Platz und macht v.a. weniger Schwierigkeiten beim Umstöpseln der Konsolen und um überhaupt einen Anschluss an einen Beamer möglich zu machen. Der Nachteil ist, dass die wenigsten guten Multiplayer-Games als Download erhältlich sind und dass meistens kleine Abweichungen zum “Originalspiel” vorhanden sind (Mhz-Anpassung, Pal-Balken, Lag, Tastenbelegung anders). Ausserdem ist halt das “Feeling” nicht so da, wenn man z.B. ein Bomberman mit einer Wii-Remote zocken muss.

Die Bild/Ton-Technik
Sollen an einer Game Night viele Konsolen angeschlossen werden, kann es etwas Herausfordernd werden, wenn unterschiedliche Anschlüsse vorhanden sind. Bei uns sind praktisch alle Retro-Konsolen auf Scart(RGB) umgerüstet.

Die Scartbuchsen schliessen wir via Scartverteiler (Agestuffer hat immer wieder mal welche auf Ricardo :-)) an den Beamer. Man muss hierbei unbedingt einen Scartverteiler mit Ton-Ausgang verwenden, denn das ist der entscheidene Vorteil der ganzen Sache: so kriegt man den Ton separat auf Aktiv-Boxen oder eine Soundanlage und muss die Audio-Kabel nie umstöpseln wenn man via Scart rein geht! Ausserdem hat ein Beamer ja auch selten einen Audio-Output.

Bei den Beamern gibt es zwei Modelle die perfekt für Retro-Zockerei passen: der Panasonic PT-AE 900 und der Epson TW720. Beides sind LCD-Beamer, sie sind (Occasion) günstig zu bekommen, sie verfügen über einen Scart-Anschluss (für das bestmögliche “Retro-Bild”) und sie bieten für ihre damalige Zeit eine sehr gute Bildqualität, welche mehr als ausreichend für (Low-Res) Pixelgames ist.

Das Drumherum
Besonders wichtig sind natürlich (gutes) Bier, vorbereitete (Zwischen)- Verpflegungsmöglichkeiten, eine stimmungsvolle “Eröffnungszermonie” (Musik, Präsi, Eröffnungsrede etc.) und eine saubere Spielplanführung (Teamzusammensetzungen erstellen, Zwischenranglisten führen, Spielablauf klären etc.). Ob gemieteter Raum oder in der guten Stube spielt weniger eine Rolle. Hauptsache genügend Platz und ein Sofa sind vorhanden.
Will man das ganze längerfristig am Leben erhalten so macht sich ein Logo und sonstige Goodies gut …und natürlich besonders wichtig: ein (Wander-)Pokal! (oder eine Medaille oder ein Zertifikat) 🙂

Abschliessend nochmals einige Bildeindrücke aus unseren Game Nights. Viel Spass beim ausprobieren.

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